Neues Jahr heißt neue Artikel ... oder doch der alte Hut?

Wenn es mal um griechische Weine geht, kann man seit nunmehr 30 Jahren  in deutschen Zeitschriften, Zeitungen und anderen Medien und seit einigen Jahren auch immer wieder in Blogs leider nur die mehr oder weniger gleichen Dinge lesen, hören oder sehen! - Das mag einerseits ermutigen, weil die griechischen Weine immer wieder sehr gelobt werden, aber andererseits auch  etwas nerven, denn ...


erstens:

Die Autoren stellen seit 30 Jahren immer wieder neu fest, wie großartig und gut der Wein ist, und schreiben dann häufig zum Teil sogar vollkommenen Unsinn, nämlich dass 'vor ein paar Jahren' oder 'jüngst' fast nur Retsina und Imiglikos produziert wurden. - Da das vor 30 Jahren schon so beschrieben wurde, kann das ja heute nicht der Realität entsprechen, soviel ist mal sicher.

zweitens:

Sie schreiben seit 30 Jahren von den alten Hellenen und Minoern, die vor tausenden von Jahren den systematischen Weinanbau und Weinausbau praktizierten und in der damaligen bekannten Welt verbreiteten, als wäre es eine sensationelle Neuigkeit. Dann meinen manche feststellen zu wollen, dass der alte Glanz vorbei sei aber Sie doch einige glänzende Beispiele entdeckt hätten ....

drittens:

Manchmal fangen sie mit Udo Jürgens und seinem Song an, den er vor 40 Jahren veröffentlichte (1977). Sie Reden vom "Blut der Erde" oder stimmen vielleicht auch noch ein - wie es in einem VBlog vor ein paar Jahren geschah. Man wollte gar darum betteln, dass der journalistische Weinkenner damit aufhört. ja, man darf diesem Oldi huldigen, aber muss ein Journalist sich veralteter und viel zu häufig genutzter Hilfsmittel bedienen?



Ab und zu gibt es mal Ausnahmen von dieser mehr oder weniger Regel.

Ich frage mich, ob den Autoren seit 30 Jahren nichts besseres einfällt, als immer wieder diese sehr veralteten Klischees gebetsmühlenartig zu bedienen?

 

Als ich auf der Messe im März in Athen war, begegnete mir weder Retsina noch Imiglikos (auch wenn diese sicher irgendwo da waren, sie sind einfach nur selten geworden über die letzten 40 Jahre), sondern ganz viele tolle Weine wie überall anderswo auf der Welt auch (was selbstverständlich und natürlich ist).

 

Ich wünsche mir eine weitestgehend klischeefreie Berichterstattung, die die aktuellen Entwicklungen der letzten Jahre und nicht so sehr der letzten Jahrzehnte deutlicher und wahrhaftiger aufzeigt. Das passiert zu selten. Es ist nicht so, dass man darüber nicht auch mal schreiben kann, aber die Themen sind veraltet. Griechischer Wein gehört seit einigen Jahrzehnten einfach zur Normalität und ist schon lange kein Exot mehr.